Villány, Ungarn. 12.11.2015

Wir mieten uns für eine knappe Woche im Weingut Tiffán’s ein, genießen die mondlosen Nächte unter dem weiten Sternenhimmel mit hervorragenden Rotweinen dieses kleinen, glücklicherweise in Deutschland noch kaum bekannten, Weinanbaugebiet Siklos-Villány und wir sind überrascht über die vielen Kleinigkeiten, die im Dunkel und in absoluter Stille bemerkbar werden.
Beneidenswert die Katze, die um uns herumschleicht und bleiben darf.

Weingut Tiffán's, Villány. Gärung.
Weingut Tiffán’s, Villány. Gärung.
Weingut Tiffán's, Villány. Keller.
Weingut Tiffán’s, Villány. Keller.
Weingut Tiffán's, Villány. Keller.
Weingut Tiffán’s, Villány. Keller.
Weingut Tiffán's, Villány. Alte Eichenfässer.
Weingut Tiffán’s, Villány. Alte Eichenfässer.
Weingut Tiffán's, Villány. Versandlager.
Weingut Tiffán’s, Villány. Versandlager.

Colmar, Elsass. 01.08.2015.

Ein kurzer Abstecher in das Frankreich, das altersunterschiedlich so gar nicht frankophon erscheint. Es fällt auf, daß Preisniveau und Angebot sich weiter voneinander entfernen, und dennoch kaum ein Durchkommen, zwischen Selfi-Sticks und Kirchbänken.
Da helfen vielleicht die alten, mittelalterlichen Gesten.

Colmar, Mann mit Stab (Neuzeitlich).
Colmar, Mann mit Stab (Neuzeitlich).
Colmar, Martinsmünster (Innenansicht). Mann mit Stab (eher Altzeitlich).
Colmar, Martinsmünster (Innenansicht). Mann mit Stab (eher Altzeitlich).
Colmar, Martinsmünster (Aussenansicht)
Colmar, Martinsmünster (Aussenansicht). Braucht keinen Stab.

Von Lebenden und Gefangenen, sowie dem Schabrackentapir. Wien, 21.02.2015.

Wien. Im Naturhistorischen zeigt sich dialektisch das Museum, das Dinge ausstellt, die keine Dinge sind – sie lebten -, und das zugleich das Museum eines Museums ist. Die Lebenden in diesen sorgsam angeordneten Räumen sind Teil der Installation, die die Toten erwecken, und sei es auch nur auf der sorgsam gefertigten Zeichnung oder beim Betrachten eines früheren Seinesgleichen.

Am Ende sind vielleicht alle Schabracken, wenn auch nicht unbedingt Tapire.

Wer erschrickt wen? Naturhistorisches Museum, Wien.
Wer erschrickt wen? Naturhistorisches Museum, Wien.

 

Ewiger Blick. Naturhistorisches Museum, Wien.
Ewiger Blick. Naturhistorisches Museum, Wien.

 

Feinarbeit mit Stift. Naturhistorisches Museum, Wien.
Feinarbeit mit Stift. Naturhistorisches Museum, Wien.

 

Schabrackentapir. Naturhistorisches Museum, Wien.
Schabrackentapir. Naturhistorisches Museum, Wien.

Transportsysteme, Teil 3. Métro und Westbahnhof. Budapest, Ungarn. 03. und 04.10.2014.

Schienenfahrzeuge unter und über der Erde. In einem wunderbaren Bahnhof mit altem Charme und neuem Anbau. Gebaut von Gustave Eiffel, bevor er diesen Turm in Paris hinstellte. Wobei hier noch nicht die Gleiszwischenräume zum Ladenraum werden, aber das moderne 08/15-Einkaufzentrum in jüngerer Zeit direkt neben die Neubaugleise geklatscht wurden. Das Einkaufszentrum aber ist voller Menschen, ob die Umsätze stimmen, kann nicht beurteilt werden. Die Preise in den Marken-Shops unterscheiden sich zumindest nicht vom Rest Europas mit Euro anstatt Forint.

Die U-Bahn ist die älteste Festlandeuropas und die aktuellen Erweiterungen, die wir leider nicht befahren haben, gehören auch zu den modernsten (siehe auch hierzu den gut gepflegten Artikel auf Wikipedia). Auch dies ist sicher einen weiteren Besuch der Stadt wert.

Budapest. 1. Klasse. Nyugati pályaudvar (Westbahnhof).
Budapest. 1. Klasse. Nyugati pályaudvar (Westbahnhof).
Budapest. Moderne Kommunikationseinrichtung in altern Bahnhof (Nyugati pályaudvar).
Budapest. Moderne Kommunikationseinrichtung in altern Bahnhof (Nyugati pályaudvar).
Budapest. Neue Zuggarnitur in Nyugati pályaudvar (Westbahnhof).
Budapest. Neue Zuggarnitur in Nyugati pályaudvar (Westbahnhof).
Budapest. Alte Zuggarnitur in Nyugati pályaudvar (Westbahnhof).
Budapest. Alte Zuggarnitur in Nyugati pályaudvar (Westbahnhof).
Budapest. Métro.
Budapest. Métro.
Budapest Métro. Wagen des Typs Ev, russische Produktion auf der Linie 3.
Budapest Métro. Wagen des Typs Ev, russische Produktion auf der Linie 3.

 

Transportsysteme, Teil 2. Budapest, Ungarn. 03. und 04.10.2014.

Unser kleiner Spaziergang führt uns vom Gellért-Bad auf der Buda-Seite der Donau zur St. Anna-Kirche, einem äußerlich schlichten Bau am Fuße des Burgberges. Die Straßenbahnen sind gut genutzt, nicht nur von Touristen wie wir, auch Menschen der Stadt, die wirklich etwas zu transportieren haben, nutzen sie. Und nebenher schwimmt die Stadt.

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Transportsysteme, Teil 1. Budapest, Ungarn. 03. und 04.10.2014.

Vielleicht eine Lücke unseres Budapest-Besuches könnte es sein, dass wir nicht mit der Zahnradbahn auf den Burgberg in Buda gefahren sind. Nein, wir sind hochgelaufen. Auch eine Erfahrung. Und nachzugehen ist noch dem Grund für die kurze Tunnelstrecke am Fuße des Berges und der Talstation, die die Straßenbahnen hier nehmen. Als Fahrgast der die Donau begleitenden Straßenbahn erscheint die kurze, sehr krumme Kurve im Untergrund unverständlich. Die Erforschung dieses Umfeldes und dieses Grundes ist alleine Anlass genug, die Stadt ein weiteres Mal zu besuchen.

So bleiben zunächst andere Eindrücke der Transportsysteme.

Budapest. Im Gellért-Bad werden Etagen mit stilechten Aufzügen genommen.
Budapest. Im Gellért-Bad werden Etagen mit stilechten Aufzügen genommen.
Budapest. Die U-Bahn-Linie 2 ist systemtechnisch eigentlich eine Straßenbahn mit Oberleitung.
Budapest. Die U-Bahn-Linie 2 ist systemtechnisch eigentlich eine Straßenbahn mit Oberleitung.
Budapest. Im Innenraum ein grelleres Gelb als bei der BVG, dafür weniger Fahrgäste um diese Zeit.
Budapest. Im Innenraum ein grelleres Gelb als bei der BVG, dafür weniger Fahrgäste um diese Zeit.
Budapest. IV. Bezirk. Autogerecht.
Budapest. IV. Bezirk. Autogerecht.
Budapest. Mit Lauftechnik auf Brückentechnik. Zu Fuß über die Freiheitsbrücke.
Budapest. Mit Lauftechnik auf Brückentechnik. Zu Fuß über die Freiheitsbrücke.

 

Markthalle, Aldi und Giant Wiener Schnitzel. Budapest, Ungarn. 03.10.2014.

Am Ende der Freiheitsbrücke auf Pester Seite der Donau liegt die große Markthalle, einst Handelszentrum und Einkaufsort der Einheimischen. Heute gibt es nur noch wenige Waren des täglichen Bedarfs, und die entsprechenden Kunden. Verkauft wird vor allem an Touristen: Paprika, Salami, Kunsthandwerk, etwas Obst, Gemüse, Fisch. Selbstverständlich zu Preisen, die diejenigen der Supermärkte auf der grünen Wiese (von denen es viele, sehr viele gibt) weit übertreffen. Den Touristen sitzt das Geld aber bekanntlich locker in der Tasche, der Laden ist voll. Vielleicht voller, als bei der Eröffnung 1897. Damit das gemeine Volk aber nicht ganz unberücksichtigt bleibt, gibt es im Untergeschoss Alltagswaren zu Discountpreisen. Dem Albrecht-Bruder-Süd seit Dank! Auch dafür, dass er dem nach dem vielen Paprika-Salami-Krimkrams-Eindrücken heimatsuchenden deutschen Touristen die Werbetafel auch gleich noch übersetzt. Das wäre nun wirklich nicht nötig gewesen!

Direkt aus der Halle heraus zu flüchten, hilft leider auch nur sehr bedingt. Auf der Straßenseite gegenüber serviert das Café Anna schlechten Espresso mit 15% Zwangs-Service-Aufschlag und die Straße ein kleines Stück weiter wird man von Giant-Schnitzeln erschlagen.

Also besser zur Türe raus gleich links über die Freiheitsbrücke (nomen est omen), dort liegt auf der anderen Seite das Gellért-Bad. Entspannung in feinstem Jugendstil.

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Budapest, Ungarn. Schuhe haben, oder nicht. 03.10.2014.

Auf dem Weg zu unserem Hotel im IV. Bezirk, nur wenige hundert Meter von dem die innere Innenstadt begrenzenden äußeren Ring entfernt, liegen Menschen unter dünnen Decken in Hauseingängen. Länger habe ich nicht eine so hohe Zahl an Obdachlosen in einem innerstädtischen Bereich gesehen, wie im Oktober 2014 in Budapest. Erschreckend, sicherlich ein Abbild der sozialen und gesellschaftlichen Situation im Lande.

Gleichzeitig wird im Kommerzbereich innerhalb des inneren Rings, auch nur wenige hunderte Meter entfernt, hochpreisig verkauft und gewohnt. Eine Stadt der starken sozialen Kontraste.

Im Zwischenbereich zwischen den Ringen gibt es die bereits erwähnten Schuhe für 12 Euro. In Lack und Plastik. Für die, die aufsteigen wollen, oder bereits oben angekommen sind und Ironie beweisen.

 

Budapest Zentrum. Erfüllbare Wünsche.
Budapest Zentrum. Erfüllbare Wünsche.
Budapest. Schuhmode in Plastik. Nicht für umsonst.
Budapest. Schuhmode in Plastik. Nicht für umsonst.
Budapest. Vor dem Schaufenster sitzt die Realität.
Budapest. Vor dem Schaufenster sitzt die Realität.
Budapest. Auch hier verschwinden Menschen im Untergrund. Immer dem Licht entgegen.
Budapest. Auch hier verschwinden Menschen im Untergrund. Immer dem Licht entgegen.

Siklós. Moschee. 01.10.2014.

Auf dem Rückweg von Villány machen wir nochmals Halt in Siklós, um die dortige Moschee zu besichtigen, die wir bei unserem ersten Besuch ausgelassen hatten. Wir haben Glück, das Gebäude unweit des Zentrums an der Hauptstraße ist geöffnet, der Verwalter sitzt auf seinem Stuhl vor der Türe.

Die Geschichte der Moschee ist schwer zu erfassen, eine Schautafel gibt die rudimentären Informationen. Gebaut in der Zeit der türkischen Herrschaft (als diese auf dem Weg nach Wien waren), war das Gebäude lange verfallen und missachtet, zeitweise als Wohnhaus verwendet. Nach der Wiederentdeckung in den 60er-Jahren (?) des letzten Jahrhunderts wurde nun aufwändig renoviert. Weitere wenige Sätze zur Baustruktur ergänzen das Geschichtlich. Das Gebäude kann besichtigt werden, zeigt einige Museumsstücke und wird nach anderen Internet-Fundstellen auch wieder als Gebetshaus genutzt.

Erstaunlich, fast erschreckend ist, dass eine Internet-Recherche zu diesem kulturhistorisch nicht unbedeutenden Gebäude – zumindest was deutsch- und englischsprachige Beiträge betrifft – fast ergebnislos bleibt. Es gibt nur noch wenige Relikte aus der türkisch beherrschten Zeit, die einen solchen Erhaltungs- bzw. Restaurierungsstand haben. Wie beispielsweise die weit bekanntere ehemalige Moschee in Pécs, die wieder als katholische Kirche genutzt wird.

Siklós, Moschee. Innenraum
Siklós, Moschee. Innenraum
Siklós, Moschee. Ausstellung, Koran.
Siklós, Moschee. Ausstellung, Koran.
Siklós, Moschee. Gebetsecke.
Siklós, Moschee. Gebetsecke.
Siklós, Moschee. Gebetsecke.
Siklós, Moschee. Gebetsecke.
Siklós Moschee. Aufgang zu einer Art Kanzel.
Siklós Moschee. Aufgang zu einer Art Kanzel.
Siklós, Moschee. Halbmond mit Taube.
Siklós, Moschee. Halbmond mit Taube.
Siklós, Moschee. Aussenansicht.
Siklós, Moschee. Aussenansicht.

 

Villány. Wein. 01.10.2014.

Eigentlich sagt die Überschrift alles. Wein aus dem südlichsten Anbaugebiet Ungarns, dem nur wenige Kilometer von Harkány entfernten Villány (das Anbaugebiet heisst Villány-Siklos), war das heutige Ziel. Der ungarische Wein dort, hat nichts – oder fast nichts – mehr mit der zu sozialistischen Zeiten für den russischen – aber auch den deutschen – Massenmarkt produzierte Massensüßstoff gemein. Hervorragende Bedingungen für die klassischen Burgundersorten, aber auch seit langem gepflegte eher regionaltypische Rebsorten wie dem Kèkfrankos (Blaufränkisch) oder auch der eher selten sortenrein angefüllte Cabernet Franc lassen einen interessanten Mix entstehen, der sich auch in interessanten Cuvées ausdrückt.

Wir besuchen zwei Güter (Bock und Wunderlich) und die ehemalige Kooperative, die nun offenbar in einer Genossenschaftsform weiter produziert. Für den aktuellen Massenmarkt, die Supermärkte im Lande. Und für uns, auch dort haben wir eingekauft, mit Schwerpunkt auf den Kékfrankos. Einmal mit Barrique, einmal ohne und noch ein einfaches Cuvée.

Dass man in Deutschland selten gute ungarische Weine in normalen Supermärkten findet (obwohl solche  sehr wohl z.B. bei Real in Mainz im Regal stehen), dürfte zwei Gründe haben. Zum einen das  Beharren der Deutschen auf schlechten Wein, wenn er aus Ungarn sein soll. Vermutlich um alte Erinnerungen wach zu halten und die Arroganz der Einbildung einer überlegenen Weinregion zu pflegen. Der zweite Grund ist sympathischer: Die Ungarn trinken ihre guten Weine lieber selbst, die Mengen sind nicht groß genug um dem heimischen Markt und den Export in gleicher Weise zu bedienen. Also beschränkt man sich auf die einträglichen Ziele (der Mainzer Real gehört sicher nicht dazu): USA, Spitzengastronomie im Rest der Welt. Verständlich.

Das hält mich selbstverständlich nicht davon ab, bei unserem – viel zu kurzen – Besuch den Kofferraum vollzuladen. Für mich sind da Schätze die 1300 km zurück nach Mainz gefahren.

 

Villány. Kurz vor der Lese.
Villány. Kurz vor der Lese.
Villány. Das Anbaugebiet ist klein, Qualität steht nunmehr im Vordergrund.
Villány. Das Anbaugebiet ist klein, Qualität steht nunmehr im Vordergrund.
Villány. Ökologische Anbaumethoden sind Standard. Viel Handarbeit, breite Reihenabstände, begrünte und nicht totgespritzte Weingärten sind zu beobachten.
Villány. Ökologische Anbaumethoden sind Standard. Viel Handarbeit, breite Reihenabstände, begrünte und nicht totgespritzte Weingärten sind zu beobachten.
Villány. Die Gegen zeichnet sich durch südliche Wärme, Trockenheit, aber ausreichend Niederschlag aus. Wie wir eindrucksvoll im Jammertal beobachten durften.
Villány. Die Gegen zeichnet sich durch südliche Wärme, Trockenheit, aber ausreichend Niederschlag aus. Wie wir eindrucksvoll im Jammertal beobachten durften.
Villány. Hervorragende Küche zu kleinen Preisen im Landgasthof. Hinter dem Bahnhof um die nächste Kurve.
Villány. Hervorragende Küche zu kleinen Preisen im Landgasthof. Hinter dem Bahnhof, gleich um die nächste Kurve.