Italienischer Rationalismus. Sabaudia, Italien. 02.09.2013.

Es ist zuweilen etwas ungewöhnlich, Urlaubsorte nach der Architektur zu bewerten, selbst dann, wenn sie wie Sabaudia einen kilometerlangen Sandstrand am Tyrrhenischen Meer aufzuweisen haben. Mussolini wird zugeschrieben, die sumpfige Umgebung trockengelegt zu haben (eine italienische Variante des Autobahnbaus?) und die Retortenstadt Sabaudia begründet zu haben. Heute zu besichtigen ist eine architektonisch weitgehend intakte, jedoch belebte und nicht museale, Stadt des italienischen Rationalismus. Man fühlt sich zuweilen in die Bauhaus-Moderne hineinversetzt. Unabhängig von der ideologisch belasteten Entstehung zeigt das, nicht ganz zentral gelegene Postamt (Architekt: Angiolo Mazzoni), klare Linien und eine auffällige Kühle im Äußeren wie auch im weitgehend erhaltenen Inneren. Wo nunmehr ein Dokumentationszentrum, Bibliothek, öffentliche Computerarbeitsplätze und ein Versammlungsraum die aktuelle, kulturelle Nutzung darstellen, sind die postalischen Details wie Schalter und Tresor erhalten und integriert. Im Außenbereich wirft die Treppe ins Nichts (zumindest auf das Dach, jedoch jenseits einer nachvollziehbarer Proportion) Fragen auf.

Bleibt zu erwähnen, dass es in der direkt benachbarte Pizzeria „alla Posta“ die beste Pizza unserer Reise zu geniessen gab.

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