Aqaba, Jordanien. 08. und 09.12.2012

Zwei Strandtage. Urlaubstage.

Gestern nach Ausschlafen und dadurch verpasstem Hotelfrühstück sind wir zunächst auf einen türkischen Kaffee und einen frischgepressten Orangensaft ins Café um die Ecke, dann zum weiterfrühstücken zu McDonalds. Direkt daneben befindet sich eine weitere Ausgrabung, die wir kurz in Augenschein nehmen, uns aber dann zuerst für’s Magenfüllen entscheiden.

Am Nachmittag gehen wir dann an den Stadtstrand. Dort verbringt vorwiegend die heimische Bevölkerung ihre Zeit, ganz Familien sitzen auf Plastikstühlen, die Kinder im Wasser. Es ist einiges los, wenn auch jahreszeitlich bedingt in überschaubarem Rahmen. Im Sommer soll halb Amman hier auf 200m Strand Abkühlung suchen. Direkt am Strand campieren Jugendliche, wir mieten auch einen Plastiktisch mit zwei Stühlen für einen JD und trinken einen jordanischen Tee. Der besteht auch nur aus dem üblichen englischen Teebeutel, es kommen aber noch Minzblätter rein. Jetzt sei er jordanisch, meint der Verkäufer. Ins Wasser geht’s den Landessitten entsprechend weitgehend bekleidet, was gegen die doch kühle Wassertemperatur auch nur bedingt hilft.

Heute sind wir nach weniger ausschlafen und dem Hotelfrühstück mit Toastbrot, Marmelade, Jogurt und Oliven an den Touristenstrand gefahren. Während im Stadtgebiet die Strandabschnitte entweder den 5*-Hotels gehören oder eben der Allgemeinheit am Stadtstrand, sind die Strandabschnitte weiter südlich Richtung Saudi-Arabien abwechselnd durch die Häfen belegt (Containerhafen, Phosphat-Hafen, Ölhafen) oder von Beach- und Tauchclubs. Der Strandabschnitt Jordaniens am Golf von Aqaba ist nur wenige Kilometer lang, das Land nutzt ihn nach Möglichkeit, verständlicherweise. Bis 1948 hatte man Zugang zum Mittelmeer über den Hafen Haifa, nach der Gründung des Staates Israel ist dieser versperrt. Also baute man, wohl mehr zwangsläufig, die Alternative am Roten Meer aus, mit der einhergehenden inneren Verkehrsinfrastruktur und den Auswirkungen auf die Handelswege, schließlich war man nun vom direkten Weg zum Mittelmeer und dem Atlantik abgeschnitten und an den indischen Ozean angebunden (wenn auch der Suezkanal natürlich recht kurze maritime Wege nach Norden und Westen ermöglicht). Mittlerweile scheinen sich die direkt nebeneinander liegenden Häfen von Aqaba und Elat auch eher zu ergänzen. Der israelische Anteil an dem Küstenabschnitt ist noch deutlich kleiner, als der jordanische an diesem letzten Zipfel des Golfs von Aqaba, weiter südlich liegen dann östlich Saudi-Arabien und westlich Ägypten mit dem Sinai mit langen Küsten. Freie jordanische Strandabschnitte gibt es offenbar praktisch fast keine mehr, zumal die Küstenstraße teilweise bis auf wenige Meter an die Küste reicht und es in dem ganzen Abschnitt keine größere Vegetation, also auch keinen Schatten gibt. Somit ist der Beachclub mit Restaurant, Bar, Pools, Sonnenschutz, Toiletten und Strand mit Liegen und Schirmen (Handtücher gibt’s beim Eingang dazu) praktisch und angemessen. Ein Shuttlebus sammelt die Touristen an den Stadthotels ein, für 10 JD kann man den ganzen Tag den Beachclub nutzen. Was wir auch ausgiebig taten.

Eher unangenehm, aber da es nicht voll war und wir eh am Strand lagen, erträglich, war eine Gruppe junger Engländer, die alle Klischees, die man für diese Sorte Touristen so hat, erfüllten. Die Pool-Bar dürfte leergesoffen gewesen sein, der große Pool nur für solche nutzbar gewesen sein, die sich über eine menschliche Wasserbombe alle zwei Minuten nicht weiter wundern.

Auf dem Rückweg mit dem Shuttlebus werfen wir wieder unseren Blick auf lang ausgedehnte halb fertiggebaute (Ferien-)Siedlungen und erschlossene, mit Werbetafeln versehene, aber offenbar seit langem brachliegende Baugebiete. Entweder, man hat hier auch in diesen Dingen Zeit, oder ein prognostizierter Boom ist ausgeblieben. Ob die Euro- und Finanzkrise auch hier ihre Spuren hinterlässt ?

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