Taxifahrer

Wenn man hier in Erbil von A nach B will, hat man drei Möglichkeiten: Zu Fuß (eher nur für kurze Strecken üblich), mit Minibussen (da muss man ersteinmal verstehen, wo die langfahren) oder – das meistbenutzte Verkehrmittel außer dem eigenen Auto – dem Taxi.

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Meine kleine Rangliste der Taxifahrer:

Nr. 3: Spricht oder versteht zumindest soweit Englisch, dass eine rudimentäre Verständigung möglich ist. Allerdings wird Sheraton nie verstanden, Schiiraduun schon eher. (Nein, dort wohne ich nicht, bin ja nicht Krösus. Aber es liegt in der Nähe, und dort werden vermutlich auch nachts im Nebenzimmer keine Partys gefeiert, die man noch auf der gegenüberliegenden Straßenseite hören dürfte). Nr. 3 fährt sportlich und knackt an jeder roten Ampel ausgiebig sämtliche Gelenke an den Fingern durch. Immerhin hat er den Gurt angelegt, als der Verkehrspolizist an der Kreuzung ins Auto geschaut hat.

Nr. 2: Geht gefühlt auf die 70 zu, fährt dementsprechend etwas entspannter. Kaut während der Fahrt auf Zahnstochern herum, die er bei jedem Ampelstop vorne aufs Armaturenbrett wirft. Dort lieg alles voll davon. Verständigung nur mit den Händen möglich, rechts, links, geradeaus, klappt so aber. Zum Glück ist die Stadt, trotz 800.000 Einwohnern, sehr übersichtlich, man findet vom Zentrum aus eigentlich immer den Weg.

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Nr. 1: Mittleres Alter, Typ Familienvater. Spricht gutes Englisch, redet drauf los und die ganze Zeit. Erzählt von seinem Haus, seinen Kinder (nicht aber von seiner Frau), fragt penetrant nach den eigenen Verhältnissen. Findet Deutschland toll und Hitler sowieso. Sind froh, als wir den wieder loshaben und laufen die letzten Meter zu Fuß.

Der erste Taxifahrer, vom Flughafen in die Stadt, war immer noch der beste.

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