Rheinsteig

Dunkel liegen die schieferschwarzen Orte an den Hang gedrängt, als hätten sie Angst vor dem Fluss vor ihren Füßen. Der Staub des 50er-Jahre-Kegelvereinsausfluges mag nicht schwinden, selbst die Hochwasser vermögen das Grau nicht zum dauerhaften Glanz zu bringen. Seltsame Kapellen, in Form einer Acht, jedoch ohne Dach. Wohnmobil-Stellflächen in exponierter Lage vermitteln den unausgegorenen Kompromiss, statt Hausfrauenausflüge den freiheitlichen, sich gerne in Sicherheit und Sichtbarkeit wiegenden Mittelstand anzuziehen.

Auf dem Steig die Lichtblicke. Ausblicke, die über die Enge des Tals hinausgehen. Die Weinstube im Wald, an der Grenze zwischen den rechtsrheinischen Rheinland-Pfalz und dem Rheingau gelegen. Die Langsamkeit der dort arbeitenden spiegelt die Ruhe wieder, die manch einem im Wald bei Wein, trotz forscher Kinder und den eigenen Ansprüchen genügender Ausstattung und Strecke, entgegen kommt.

In Lorch (Rheinhessen) schmeckt der Wein. Vielleicht sind dies die versteckten Lichter in der Enge des Tals, die unterbrochen durch die endlose Kette der Güterbahnen und der Weitsüchtigen, die nicht oben sich laufend, sondern unten strampelnd vorbeirasen, den Weg hinein und hinaus weisen.

Bleiben die Burgen. Als Immobilien scheint es Entwicklungspotential zu geben, ob als Ruine  Nollig oder als Luxusherberge mit Zugangsbeschränkung, die nicht nur durch einen gefüllten Geldbeutel aufzuheben zu sein scheint.

Und es bleibt die Frage, ob dieser Abschnitt des Tals nicht einfach im Tiefschlaf verbleiben sollte, solange der Wein seine Urspünglichkeit erhält, die dem Rhein und seinem Tal schon lange genommen wurde.

 

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