Ankommen in Aveiro

Spanien, Autobahn von Burgos nach Portugal. Geradeaus der Sonne entgegen. Es wird mittlerweile später Nachmittag, fahren, tanken, fahren wir noch richtig ? Raststätten, die so zweckdienlich sind, wie nur eine solche Stätte an einem so verlassenen, sich mit den anderen gleichenden, Ort sein kann. Wie sie sein muss.

Nach langer Fahrt ist die portugiesische Grenze in Sicht, wenn auch noch nicht sichtbar, aber fast greifbar nahe. Doch der Hunger quält langsam, es ist Zeit für eine kleine Rast. Gleich nach der Autobahnausfahrt eine Tankstelle im Nirgendwo. Daneben ein Restaurant, klein, dreckig aber authentisch. Das Wohnzimmer liegt gleich hinter dem kleinen Gastraum mit der Theke und dem unvermeidlichen, angeschabten Schinken. Gelsenkirchner Barock, oder zumindest doch eine regionale Abwandlung, prägt den Raum. Die Damentoilette ist das Familienbad, der Gastraum ist eingedeckt, aber leer. Man mag sich die Feiern, die tägliche Gastfreude und die Freude der Gäste vorstellen. Der Laden lebt. Nach zwei Käsebroten und Cola geht es weiter.

Noch 100, noch 200 km ? Dann endlich: Portugal. Es scheint, als ändere sich sofort das Land, die Landschaft, die Menschen. Freude stellt sich ein. Wir fahren an der ersten Raststätte raus. Es erwartet uns ein kantinenartiges Ambiente, eigenartig, einzigartig angenehm. Nach kurzer Versorgung mit Café und Zigaretten sind wir wieder auf der Straße. Aveiro wartet.

In Aveiro warten zunächst wir. Der Ort unserer Verabredung mit V. aus Rom erweist sich als verlassene Gasse, am Kanal gelegen, aber auch ein Ort, der zu anderen Zeiten, am späten Abend und in der Nacht zum Leben erwacht. Die Verwirrung hält sich nur kurz, dann große Wiedersehensfreude, stilecht auf der kleinen Brücke über den Kanal. Der Abend wird länger und schön. Ein Bierchen am Fischmarkt, im Anschluss hervorragendes Essen, der Tisch quillt von Platten und Tellern fast über, der vinho verde schmeckt und mischt sich mit der Erleichterung, nun angekommen zu sein. Später am Fischmarkt tobt das Leben. Studenten, internationales Geplapper, trotz der späten Stunde ist es angenehm warm. Noch ein Sagres bitte!

Wir sind angekommen.

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