Evora

Hotelzimmer in Evora, Vinho tinto alentejo. Heute sind wir unterwegs gewesen, einfach drauf los. Alte Mauern mit jungen Paaren, die sich offenbar, aber unvermeidbar gestört gefühlt haben, sonst weites Land, Straßen immer gerade aus.

Morgen folgt die Einordnung. Wir waren an Orten, an denen Saramago vorbeigefahren ist. Warum auch immer.

Im Restaurante o’templo sind wir die einzigen Auswärtigen gewesen. Sonst nur Männer, ausser einer lauten, betrunkenen. Gegessen haben wir auch, den auf dieser Tour bisher besten Bacalhau. Kleingeschnittene Kartoffeln, Knoblauch. Danach Erdbeeren und Café. Und vinho branca – nicht die Klasse von gestern, aber gut und ehrlich.

Die Männer im Lokal waren auf einmal still. Socrates im Fernsehen, Rücktritt. Schweigen. Schweigen noch immer, man hört ihm zu. Die Betrunkene wird zurechtgewiesen. Da Silva spricht, dann Socrates, er tritt zurück. Applaus, unterdrückte Genugtuung, einer gibt seinen Unmut zu und geht rauchen. Eine solche Stille, wie während dieser Rede, habe ich in keinem Restaurante erlebt. Bisher.

 

 

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