Alentejo bei Nacht

Porto – Santarem, es wird dunkel. Evora 150 Kilometer zeigt das Schild. Kann nicht sein, wir sind falsch. Runter auf die N114-3. Stockdunkel, enge Straße. Noch 80 Kilometer. Es ist nach 20 Uhr, der einzige Weg führt nach Evora. Kein Hotel, aber das ist kein Problem. IBIS Evora, muss klappen, ein Zimmer wird frei sein, es ist März, keine Saison – aber vielleicht ein Event ? Nun N-114, breiter, gerade aus. Nehmen wir eine der Fernfahrerabsteigen ? Wir diskutieren, ob dies eine Erfahrung wert wäre.

Weiter fahren, noch 58 km bis Evora. Glücklicherweise keine LKWs vor uns, nur heizende Kleinwagen. Die Dunkelheit wird dennoch undurchdringlicher.

In der Breite eingeschränkte Brücken. Verengte Fahrbahn mit der Beschilderung, die ich mir schon vor 25 Jahren in der Fahrschule nicht gemerkt hatte. Roter oder weißer Pfeil – wer hat Vorrang ?

Trotz fast vollem Mond weiterhin Dunkelheit. Die Straße ist aber dennoch gut zu fahren, die Barchetta ist zuverlässig, es geht voran. Voran und weiter, 40 km bis Evora. Und es wird spät, wir haben nicht gegessen und es ist absehbar: nach zweiundzwanzig Uhr ist auch Evora dunkel wir die N 114. Wir fahren weiter.

Einundzwanziguhr gleich, angekommen. Im Hotel eingescheckt, hoch in das Centro, nettes Lokal mit einem römisch angehauchten Atrium. Dort können wir rauchen, essen, der vinho branco ist gut.

Sehr gut.

Einen ersten Eindruck des Alentejos in der Dunkelheit zu bekommen ist bleibend, vermutlich unverrückbar. Wir haben uns die Landschaft vorgestellt. Auf und ab, das eintauchen in das kleine Tal, die Traverse über den Fluß, das weitere geradeaus in ein weites Land mit dem Grün des Frühjahres und den Korkeichen, die weinen.

 

 

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